Manuelle Arbeit automatisieren, Apps miteinander verbinden, Workflows ohne Code bauen – das versprechen sowohl Make (ehemals Integromat) als auch Zapier. Beide Tools sind 2026 mächtiger denn je, mit KI-Integrationen und hunderten von App-Verbindungen. Aber welches Tool passt besser zu dir? In diesem Vergleich testen wir beide Plattformen in den Kategorien die wirklich zählen: Benutzerfreundlichkeit, Funktionen, Preise und KI-Integration.
Die Kontrahenten im Überblick
Zapier
Zapier ist der Platzhirsch der No-Code-Automatisierung. 2012 gegründet, über 7.000 App-Integrationen und Millionen von Nutzern weltweit. Zapier hat den Markt für Workflow-Automatisierung praktisch erfunden.
Kernkonzept: Zaps – lineare Automatisierungen mit Trigger und Actions Zielgruppe: Marketing-Teams, kleine Unternehmen, Nicht-Techniker Stärke: Einfachheit und App-Ökosystem
Make (ehemals Integromat)
Make ist der technische Herausforderer. 2016 in Prag gegründet, bietet Make eine visuelle Workflow-Oberfläche die komplexere Automatisierungen ermöglicht als Zapier – bei niedrigerem Preis.
Kernkonzept: Szenarien – visuelle Flowcharts mit Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung Zielgruppe: Power-User, Agenturen, Entwickler, ambitionierte KMU Stärke: Flexibilität und Preis-Leistung
Vergleich: Benutzerfreundlichkeit
Zapier: Einfach und linear
Zapiers Oberfläche ist bewusst simpel gehalten. Ein Zap besteht aus:
- Trigger: Was löst die Automatisierung aus? (z.B. “Neue E-Mail in Gmail”)
- Action(s): Was soll passieren? (z.B. “Erstelle Aufgabe in Trello”)
Die Schritte sind linear angeordnet – von oben nach unten. Das macht den Einstieg extrem einfach. In 5 Minuten hast du deinen ersten Zap gebaut.
Vorteile:
- Kein technisches Wissen nötig
- Geführter Setup-Prozess mit Vorlagen
- Klare, übersichtliche Oberfläche
- Tausende vorgefertigte Templates
Nachteile:
- Begrenzte Möglichkeiten bei komplexen Workflows
- Keine visuellen Verzweigungen (Paths nur in bezahlten Plänen)
- Kann bei vielen Schritten unübersichtlich werden
Make: Visuell und flexibel
Make nutzt einen visuellen Editor der Workflows als Flowcharts darstellt. Module (einzelne Aktionen) werden per Drag-and-Drop verbunden. Du siehst sofort wie Daten fließen.
Vorteile:
- Visuelle Darstellung komplexer Workflows
- Verzweigungen, Schleifen und Router nativ
- Fehlerbehandlung direkt im Flow
- Datenfluss transparent sichtbar
Nachteile:
- Steilere Lernkurve (1-2 Stunden bis zum Aha-Moment)
- Interface kann bei großen Szenarien überladen wirken
- Weniger Templates für den Schnellstart
Gewinner Benutzerfreundlichkeit: Zapier – für Einsteiger. Make – für Power-User die komplexe Workflows bauen wollen.
Vergleich: Funktionen und Flexibilität
App-Integrationen
| Aspekt | Zapier | Make |
|---|---|---|
| Anzahl Apps | 7.000+ | 2.000+ |
| Qualität der Integrationen | Gut | Oft tiefer/detaillierter |
| Custom API-Calls | Ja (Webhooks) | Ja (HTTP-Modul, sehr flexibel) |
| Google Workspace | Vollständig | Vollständig |
| Microsoft 365 | Vollständig | Vollständig |
| CRM (HubSpot, Pipedrive) | Vollständig | Vollständig |
Zapier hat zahlenmäßig mehr Integrationen. Make hat weniger Apps, aber die vorhandenen Integrationen sind oft detaillierter – mit mehr Aktionen und Feldern pro App.
Wichtig: Wenn deine kritische App bei Make fehlt, kannst du sie über das HTTP-Modul (REST-API) trotzdem anbinden. Das erfordert etwas technisches Verständnis, ist aber sehr mächtig.
Workflow-Logik
Hier unterscheiden sich die Tools am stärksten:
Zapier kann:
- Lineare Abfolge von Aktionen
- Filter (if/then-Logik)
- Paths (Verzweigungen – nur in bezahlten Plänen)
- Formatter (Daten transformieren)
- Looping (über Arrays iterieren)
- Sub-Zaps (Workflows als Bausteine)
Make kann:
- Alles was Zapier kann, plus:
- Router: Daten an mehrere Pfade gleichzeitig senden
- Iterator: Arrays Element für Element verarbeiten
- Aggregator: Mehrere Elemente zu einem zusammenfassen
- Schleifen: Echte Repeat-Logik
- Fehlerbehandlung: Direkt im Flow (Resume, Commit, Rollback, Break)
- Variables: Globale und lokale Variablen setzen und lesen
- JSON/XML: Native Verarbeitung komplexer Datenstrukturen
Gewinner Funktionen: Make – deutlich. Für komplexe Automatisierungen gibt es keinen ernsthaften Konkurrenten.
Praxisbeispiel: Lead-Management
Szenario: Ein neuer Lead füllt ein Formular auf deiner Website aus. Der Workflow soll:
- Lead in CRM anlegen
- Willkommens-E-Mail senden
- Bei Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern: Sales-Team benachrichtigen
- Bei kleineren Unternehmen: automatische Follow-up-Sequenz starten
- Lead-Score berechnen
In Zapier: Du brauchst mindestens 2 Zaps (einen mit Paths) oder ein Multi-Step-Zap im Professional-Plan. Die bedingte Logik ist machbar, aber umständlich.
In Make: Ein einziges Szenario mit Router. Visuell sofort verständlich. Fehlerbehandlung integriert. Und: deutlich günstiger weil Make Operationen zählt, nicht Zaps.
Vergleich: KI-Integration
Beide Tools haben 2026 starke KI-Features – aber mit unterschiedlichem Ansatz.
Zapier AI
AI Actions Builder: Zapier bietet einen natürlichsprachlichen Builder. Du beschreibst in Worten was du automatisieren willst und Zapier erstellt den Workflow:
“Wenn ich eine E-Mail von einem neuen Kunden bekomme, erstelle einen Kontakt in HubSpot und sende eine Willkommensnachricht über Slack.”
Das ist beeindruckend einfach – funktioniert aber hauptsächlich für Standard-Workflows.
KI-Integrationen:
- ChatGPT/OpenAI direkt als Zap-Schritt
- Claude als Action
- KI-Texterkennung für Dokumente
- Intelligentes Mapping (KI schlägt Feld-Zuordnungen vor)
Make AI
KI-Module: Make hat dedizierte Module für:
- OpenAI (GPT-4o, Whisper, DALL-E)
- Anthropic Claude
- Google Gemini
- Stability AI
- Replicate (Open-Source-Modelle)
Vorteil von Make: Du hast volle Kontrolle über API-Parameter. System-Prompts, Temperature, Max Tokens – alles konfigurierbar. Bei Zapier ist die KI-Integration einfacher aber oberflächlicher.
KI-Workflow-Beispiele
Beispiel 1: Automatische Blog-Zusammenfassung
- Trigger: Neuer RSS-Feed-Eintrag
- KI-Schritt: Claude fasst den Artikel zusammen
- Action: Zusammenfassung an Slack posten
Beispiel 2: Kundensupport-Kategorisierung
- Trigger: Neue Support-E-Mail
- KI-Schritt: GPT-4o kategorisiert das Anliegen (Reklamation, Frage, Feedback)
- Router: Je nach Kategorie an anderes Team weiterleiten
Beispiel 3: Social-Media-Content-Pipeline
- Trigger: Neuer Blog-Artikel veröffentlicht
- KI-Schritt 1: Gemini erstellt 3 Social-Media-Posts (LinkedIn, Instagram, Twitter)
- KI-Schritt 2: KI generiert passendes Bild
- Action: Posts in Buffer/Later planen
Gewinner KI: Unentschieden. Zapier ist einfacher für KI-Basics. Make bietet mehr Kontrolle für KI-Power-User.
Vergleich: Preise 2026
Hier wird es interessant – und Make hat einen klaren Vorteil.
Zapier Preise
| Plan | Preis | Tasks/Monat | Multi-Step | Features |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0$ | 100 Tasks | Nein | 2-Step Zaps |
| Starter | 19,99$/Mo | 750 Tasks | Ja | Filter, Formatter |
| Professional | 49$/Mo | 2.000 Tasks | Ja | Paths, Webhooks |
| Team | 69$/Mo | 2.000 Tasks | Ja | Shared Workspace |
| Enterprise | Individuell | Individuell | Ja | SSO, Admin, SLA |
Make Preise
| Plan | Preis | Operationen/Monat | Features |
|---|---|---|---|
| Free | 0 EUR | 1.000 Ops | Unbegrenzte Szenarien |
| Core | 10,59 EUR/Mo | 10.000 Ops | Unbegrenzte aktive Szenarien |
| Pro | 18,82 EUR/Mo | 10.000 Ops | Custom Functions, Full-Text-Log |
| Teams | 34,12 EUR/Mo | 10.000 Ops | Team-Features, Priorität |
| Enterprise | Individuell | Individuell | SSO, Audit, SLA |
Der Preisunterschied in der Praxis
Wichtig: Zapier zählt “Tasks” (jeder Schritt = 1 Task). Make zählt “Operationen” (jeder Schritt = 1 Operation). Klingt gleich, ist es aber nicht:
Ein Workflow mit 5 Schritten der 100x pro Monat läuft:
- Zapier: 500 Tasks → Starter-Plan reicht nicht (750 Tasks), ab Professional nötig = 49$/Monat
- Make: 500 Operationen → Free-Plan reicht (1.000 Ops) = 0 EUR/Monat
Bei 1.000 Durchläufen desselben Workflows:
- Zapier: 5.000 Tasks → Professional-Plan = 49$/Monat (und du bist fast am Limit)
- Make: 5.000 Operationen → Core-Plan = 10,59 EUR/Monat (mit 5.000 Ops Reserve)
Gewinner Preis: Make – eindeutig. Für das gleiche Automatisierungsvolumen zahlst du bei Make oft 50-80% weniger.
Vergleich: Fehlerbehandlung und Zuverlässigkeit
Zapier
Zapier bietet grundlegende Fehlerbehandlung:
- Auto-Replay: Fehlgeschlagene Zaps werden automatisch erneut versucht
- Error Notifications: E-Mail-Benachrichtigung bei Fehlern
- Task History: Log aller ausgeführten Tasks (begrenzt im Free-Plan)
Was fehlt: Bedingte Fehlerbehandlung (z.B. “Bei Fehler X mache Y, bei Fehler Z mache etwas anderes”).
Make
Make hat die ausgereiftere Fehlerbehandlung:
- Error Handler: Dedizierter Fehlerbehandlungs-Pfad pro Modul
- Resume: Fehlerhafte Module überspringen und weitermachen
- Rollback: Alle Änderungen rückgängig machen
- Break: Execution stoppen und Daten speichern
- Commit: Teilweise Execution bestätigen
- Retry: Automatisches Wiederholen mit Delay
Warum das wichtig ist: In Produktivumgebungen scheitern Automatisierungen regelmäßig – APIs haben Timeouts, Daten sind fehlerhaft, Services sind kurzzeitig nicht erreichbar. Professionelle Fehlerbehandlung ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht.
Gewinner Fehlerbehandlung: Make – deutlich. Die granulare Fehlerbehandlung ist ein Hauptgrund warum Agenturen und Power-User Make bevorzugen.
Wann du Zapier nutzen solltest
Zapier ist die bessere Wahl wenn:
- Du bist Einsteiger und willst in 5 Minuten deinen ersten Workflow bauen
- Du brauchst eine bestimmte App die nur Zapier hat (7.000+ Integrationen)
- Deine Workflows sind einfach (2-5 Schritte, linear, ohne Verzweigungen)
- Du willst KI-Automatisierung ohne technisches Wissen (AI Actions Builder)
- Dein Team hat keine technischen Skills und braucht die einfachste Lösung
- Du nutzt wenige Automatisierungen (100 Tasks/Monat reichen dir)
Typische Zapier-Nutzer: Marketing-Teams, Freelancer, kleine Unternehmen die 3-5 Workflows brauchen.
Wann du Make nutzen solltest
Make ist die bessere Wahl wenn:
- Du brauchst komplexe Workflows mit Verzweigungen, Schleifen und Fehlerbehandlung
- Budget ist wichtig und du willst mehr Automatisierung für weniger Geld
- Du verarbeitest Daten (JSON, XML, CSV) und brauchst flexible Daten-Transformation
- Du baust KI-Workflows und willst volle Kontrolle über API-Parameter
- Du bist eine Agentur und baust Automatisierungen für Kunden
- Du brauchst viele Operationen (Make gibt dir 10x mehr fürs gleiche Geld)
- Fehlerbehandlung ist kritisch für deine Prozesse
Typische Make-Nutzer: Agenturen, Tech-affine KMU, Power-User, Entwickler, Automatisierungs-Consultants.
Alternative: n8n (Self-Hosted)
Für technisch versierte Nutzer gibt es noch eine dritte Option: n8n.
n8n ist ein Open-Source-Automatisierungstool das du selbst hosten kannst (oder in der Cloud nutzt). Vorteile:
- Kostenlos bei Self-Hosting (unbegrenzte Workflows und Operationen)
- Volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur
- DSGVO-Compliance durch Self-Hosting in der EU
- Community-Edition mit 400+ Integrationen
- Code-Nodes für JavaScript und Python direkt im Workflow
Nachteile: Du brauchst einen Server und technisches Know-how für Setup und Wartung. Die Cloud-Version startet bei 20 EUR/Monat.
Empfehlung: n8n ist perfekt wenn du technisch versiert bist, Wert auf Datenschutz legst und die maximale Flexibilität willst.
Migration: Von Zapier zu Make (oder umgekehrt)
Gründe für einen Wechsel
Die häufigsten Gründe für einen Wechsel von Zapier zu Make:
- Kosten: Make ist 50-80% günstiger bei gleichem Volumen
- Komplexität: Workflows werden komplexer, Zapier stößt an Grenzen
- Fehlerbehandlung: Produktiv-Workflows brauchen professionelle Error-Handler
So geht die Migration
- Dokumentiere deine Zaps: Liste alle Workflows, Trigger, Actions und Verbindungen
- Priorität setzen: Starte mit den einfachsten Workflows
- Parallel laufen: Lass alte Zaps aktiv während du Make-Szenarien baust und testest
- Schrittweise umschalten: Workflow für Workflow von Zapier zu Make verschieben
- Zapier kündigen: Erst wenn alle Workflows stabil in Make laufen
Zeitaufwand: 1-3 Stunden pro einfachem Workflow, 1-2 Tage für komplexe Szenarien.
Fazit: Make vs Zapier 2026
| Kategorie | Gewinner |
|---|---|
| Benutzerfreundlichkeit | Zapier |
| App-Integrationen (Anzahl) | Zapier |
| Workflow-Flexibilität | Make |
| KI-Integration | Unentschieden |
| Preis-Leistung | Make |
| Fehlerbehandlung | Make |
| Datentransformation | Make |
| Einsteiger-Freundlichkeit | Zapier |
| Enterprise-Features | Unentschieden |
Kurz gesagt: Zapier ist einfacher. Make ist mächtiger und günstiger. Für einfache Automatisierungen ohne technischen Anspruch: Zapier. Für alles andere: Make.
Beide Tools bieten kostenlose Pläne. Teste beide mit einem realen Workflow und entscheide dann. Meine persönliche Empfehlung: Starte mit Make – die investierte Lernstunde zahlt sich langfristig aus.
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| Tool | Preis | Bewertung | Aktion |
|---|---|---|---|
| Make (ehem. Integromat) No-Code Automatisierung und KI-Workflows | Kostenloser Plan verfügbar | 4.7/5 | Testen |
| n8n No-Code/Low-Code Workflow-Automatisierung (Open Source) | Ab 20 EUR/Monat (Cloud) | 4.7/5 | Testen |
Make (ehem. Integromat)
No-Code Automatisierung und KI-Workflows
Häufige Fragen
Ist Make oder Zapier besser für Anfänger?
Zapier ist einfacher zu lernen – die lineare Oberfläche ist intuitiv und du kannst in 5 Minuten deinen ersten Workflow bauen. Make hat eine steilere Lernkurve, bietet dafür aber mehr Flexibilität.
Was ist günstiger – Make oder Zapier?
Make ist deutlich günstiger. Der Free-Plan bietet 1.000 Operationen/Monat (vs. 100 Tasks bei Zapier). Der Core-Plan (10,59 EUR/Monat) schlägt Zapiers Starter (19,99 USD/Monat) bei mehr Operationen und Features.
Kann ich mit Make oder Zapier KI-Workflows bauen?
Ja, beide. Zapier hat den AI-Actions-Builder für natürlichsprachliche Automatisierung. Make hat KI-Module für OpenAI, Claude und Gemini. Beide können KI-gestützte Workflows erstellen – Zapier ist einfacher, Make flexibler.
Kann ich von Zapier zu Make wechseln?
Ja, aber nicht automatisch. Du musst deine Workflows manuell nachbauen. Der Aufwand lohnt sich oft, weil Make günstiger ist und mehr Möglichkeiten bietet. Plane 1-2 Tage für die Migration ein.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Für die Grundfunktionen: Nein. Beide sind No-Code-Tools. Für komplexe Szenarien (API-Calls, JSON-Parsing, Fehlerbehandlung) hilft technisches Verständnis – besonders bei Make.
